09.05.2007

Artikel in der RHEINPFALZ
Gewinnen eine herrliche Nebensache


G-JUDO: 140 Gehandicapte bei deutscher Meisterschaft in Landau - Drei Medaillen nach Offenbach

LANDAU (som). Die Sportler von der Kooperation Judokan Landau/Südpfalzwerkstatt haben sich bei den Internationalen Deutschen Meisterschaften im Judo der Gehandicapten hervorragend präsentiert. Nach Abschluss der Wettkämpfe, die im Landauer Schulzentrum Ost ausgetragen wurden, gab es drei Bronzemedaillen.

Bild: Das G-Judo-Team der Südpfalzwerkstatt
Das G-Judo-Team der Südpfalzwerkstatt

Cindy Kranz (26) belegte bei den Frauen bis 63 Kilogramm den dritten Platz, Ralf Bullinger (38) bei den Männern bis 60 Kilo und Michael Walk (32) in der Gruppe bis 66 Kilo. Achtbar geschlagen haben sich auch der 26-jährige Michael Weis und der 28 Jahre alte Mike Clausonet.

„Wir sind sehr zufrieden mit dem Abschneiden unserer Wettkämpfer", sagte Ellen Nessmann-Eitel, Sportlehrerin der Südpfalzwerkstatt und Behindertensportbeauftragte des Judo-Verbands Pfalz, nach der ersten DM in Rheinland-Pfalz. 140 Judokas aus Deutschland, aus der Schweiz, aus England, Holland, Frankreich, Ungarn, Griechenland und Schweden, rund 90 im G-Judo-Bereich und 50 im SG-Judo (Sehbehinderte, Blinde), bewarben sich um die Medaillen. Ausgerichtet wurden die Titelkämpfe vom Judokan Landau in Zusammenarbeit mit dem Behindertensport-Verband, dem Nationalen Paralympischen Komitee, dem Deutschen Judo Bund und dem Judo Verband Pfalz.

Die wachsende Teilnehmerzahl zeige, dass der Behindertensport weltweit eine größere Bedeutung erlange, freute sich Nessmann-Eitel. So hätten viel mehr Menschen mit Behinderungen die Chance, viel Positives wie die Stärkung des Selbstbewusstseins zu erleben. Auf die hohe Teilnehmerzahl hob auch Thomas Föllinger vom Judokan Landau ab. Vor allem im G-Bereich sei eine bislang nie gekannte Meldezahl zu verbuchen gewesen.

Die Begeisterungsfähigkeit, der Teamgeist und die Willensstärke der Athleten war spürbar. Dennoch stehe nicht die Leistung, das unbedingt Gewinnen wollen, im Mittelpunkt, sagte Nessmann-Eitel. Jeder trainiere mit jedem, es gehe um die gegenseitige Hilfe, die Gruppenförderung stehe im Mittelpunkt.

Bild: Die Bauchtanzgruppe der Südpfalzwerkstatt in Aktion
Die Bauchtanzgruppe der Südpfalzwerkstatt in Aktion

Seit 2001 besteht die Judo-Kooperation zwischen Judokan Landau und der Südpfalzwerkstatt Offenbach, einer Einrichtung der Rehabilitation von Menschen mit Behinderung. Damals begannen zwölf Teilnehmer einmal wöchentlich in der Werkstatt mit dem Judotraining. Seit 2001 trainieren G-Judokas der Südpfalzwerkstatt regelmäßig mit Jugendlichen und Erwachsenen des Judokan Landau, seit den Deutschen Meisterschaften 2003 in München nehmen sie regelmäßig an Meisterschaften teil. Gegenseitiger Respekt und auch Freundschaften haben sich hieraus entwickelt. Bei den Verbandsmeisterschaften 2006 in Mühlheim gewann die Kampfgemeinschaft Rheinland-Pfalz die Bronze-Medaille.

„Barrieren" oder Berührungsängste lassen sich durch den Sport viel leichter abbauen. Der Sport leistet so einen Beitrag dazu, die Lebensqualität behinderter als auch nicht behinderter Menschen zu verbessern. So wird auch von den Meisterschaften in Landau noch eine große Integrationswirkung ausgehen. Sie endeten mit einer lockeren „Abschlussfeier" in der Kinkschen Mühle. Die Athleten langten diesmal bei Nudel- und Salatbüfett zu und schauten sich Bauchtänzerinnen aus Karlsruhe an.

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Pfälzer Tageblatt - Ausgabe Rheinschiene
Ausgabe: Nr.107
Datum: Mittwoch, den 09. Mai 2007

 

Südpfalzwerkstatt gGmbH | Tel.: (0 63 48) 6 16-0 | Fax: (0 63 48) 6 16-1 01
info@suedpfalzwerkstatt.de