23.04.2005

Erfolgreich bei Intern. Deutschen Meisterschaften in Gladbeck

Am 23. April 2005 fanden in Gladbeck (NRW) das 8. Internationale Judo-Bagira-Wanderpokalturnier und die Internationalen Deutschen Meisterschaften (IDM) der gehandicapten und sehgeschädigten Judoka statt.



Bereits das 4. Jahr in Folge waren die Judoka der Südpfalzwerkstatt Offenbach als Kämpfer des Judokan Landau am Start. Schon Mittwoch vor den Meisterschaften fuhren die Sportler mit ihren Betreuerinnen Marion Kirchhoff und Ellen Neßmann-Eitel in ihre "Sportfreizeit", deren Höhepunkt die Teilnahme am Bagira-Turnier und bei den "Internationalen" werden sollte.

Annika Damps, in der Gewichtsklasse Frauen bis 63 kg und Christian Scholz (Männer bis 66 kg) starteten beim Bagira-Wanderpokalturnier beide in der Wettkampfklasse II erstmals bei offiziellen Judo-Wettkämpfen. Cindy Kranz (Frauen bis 63 kg, Wettkampfklasse 1), Michael Walk (Männer bis 66 kg, Wettkampfklasse 1) sind mittlerer weile schon bekannte Gesichter bei nationalen und internationalen Judomeisterschaften. Für Ralf Bullinger (Männer bis 60 kg in der Wettkampfklasse 1) war es die erste Teilnahme bei einer IDM im Judo.

Für die Sportler, die Betreuer als auch die Ausrichter (Lebenshilfe Gladbeck, Behindertensportverband NRW und Judo-Club Nippon e.V.) wurde dieser Samstag ein langer Tag. Beim Bagira-Wanderpokalturnier waren 250 Judoka am Start, bei den IDM ca. 100 im G-Judo (der Gehandikapten) und bei den sehgeschädten Judoka ca. 40 Teilnehmer am Start.

Annika Damps und Christian Scholz zeigten beide Kampfgeist und Einsatzfreude und wurde jeweils mit dem Gewinn der Bronzemedaille in ihrer Gewichtsklasse belohnt. Für die Turnierneulinge ein gelungener Start ins Wettkampfgeschehen.

Mit einer Stunde Verspätung begannen nachmittags um 15 Uhr die IDM. Es wurde schon bei den ersten Kämpfen deutlich, dass hier die "Cracks" des Judo am Start waren. Von Jahr zu Jahr nimmt das Niveau dieser Meisterschaften im Judo der Gehandicapten deutlich zu.

Für Ralf Bullinger lautete die Devise an diesem Tag, Kampferfahrung auf internationaler Ebene zu sammeln. Da er sehr versierten und kampfstarken Judokas auf der Matte gegenüberstand, war sein 5. Platz ein gutes Einstiegsresultat für seinen unerschrockenen Einsatz und lässt in Zukunft auf ihn hoffen.

Cindy Kranz, amtierende Europa-Vizemeisterin der Frauen bis 63 kg, gewann 2 ihrer insgesamt 4 Kämpfe. Trotz der beiden knappen Niederlagen konnte sie ihren Bronzemedailletitel von 2004 verteidigen. Auch Michael Walk, seit Januar 2005 Europameister im G-Judo der Männer bis 66 kg, hatte an diesem Tag etwas Pech. Souverän gewann er seine beiden ersten Kämpfe vorzeitig jeweils mit Ippon (volle Punktzahl). Dann verlor er aber seinen dritten und wichtigsten Kampf im Einzug um das Finale sehr knapp durch "Hantai" (Kampfrichterentscheid). Durch den Gewinn seines 4. Kampfes wurde er letztendlich mit der Bronzemedaille belohnt. Da Beide erst im Januar 2005 in Belgien bei den Europameisterschaften am Start waren und mit der Teilnahme an der IDM jetzt zwei "Leistungsspitzen" zu erbringen hatten, sind ihre Erfolge sehr zufrieden stellend.

Cindy Kranz, Ralf Bullinger und Michael Walk hatten neben ihrem wöchentlichen Judotraining in der Südpfalzwerkstatt im letzten halben Jahr auch in der Donnerstagabends Gruppe des Judokan Landau mit jugendlichen Wettkämpfern trainiert. Bei der IDM 2005 wurde deutlich, dass G-Judoka, die auf nationaler und internationaler Wettkampfebene Erfolg haben wollen, wirklich "Leistungssportler" sind und dementsprechend umfangreich trainieren müssen. Dank dieses Training außerhalb der Südpfalzwerkstatt mit den Jugendlichen des Judokan Landau, die voller Einsatzfreude und Elan unsere G-Judokas bei den Randoris (freies Wettkampfüben) unterstützten und herausforderten, werden unsere G-Judoka wohl auch in Zukunft weiterhin auf dem "Siegertreppchen" stehen. Und eines ist ja schon geschehen, die gelungene sportliche Auseinandersetzung von jungen Menschen, egal ob mit Handicap oder ohne.
 

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