09.02.2006
MdB Heinz Schmitt besuchte die Südpfalzwerkstatt gGmbH um sich einen Einblick in die momentane Arbeitssituation zu verschaffen.

Nach einem gemeinsamen Rundgang durch die beiden Offenbacher Werke, in denen 375 Mitarbeiter mit Behinderung beschäftigt sind, informierte Geschäftsführer Helmut Heller, das diese Zahl in den letzten Jahren stark angestiegen ist.
Daher musste man sich um neue und zusätzliche Aufträge bemühen.
Hierbei gelang es, mehr Arbeitsplätze mit der Fertigung von Eigenprodukten auszulasten. Dadurch ist eine größere Unabhängigkeit von Fremdaufträgen gegeben und eine bessere Auslastung der Produktion möglich.
Im Bereich
des seit 2002 selbst gefertigten und nach ganz Europa vertriebenen
Autopflegezubehörs hat man sich am Markt fest etabliert. Einige neue Produkte
wie Eisschaber, Schneebesen und Lampenersatzkästen wurden entwickelt und in sehr
großen Stückzahlen am Markt erfolgreich platziert. „Renner“ sind die
verschiedenen Eiskratzer, von denen etliche Millionen hergestellt und verkauft
wurden.
Die Mitarbeiter mit Behinderung der Südpfalzwerkstatt sind stolz darauf, wenn
sie die von ihnen hergestellten Produkte beim Einkauf im Einzelhandel entdecken.
Dies stärkt ihr Selbstbewusstsein und fördert die Identifikation mit ihrer
Arbeit.
Alle Eigenprodukte der Südpfalzwerkstatt - dieses sind neben den Autozubehörteilen auch Plakatständer, Bewegungsbausteine, Kleinteilemagazine und Heftdrahthalter - sind ein sehr wichtiger Bestandteil des Produktionsvolumens geworden.
Mittlerweile konnte die SPW erreichen, dass jeder 6. Arbeitsplatz direkt an die Fertigung von Eigenprodukten gekoppelt ist. Eine hohe Zahl, die nur von sehr wenigen Werkstätten für behinderte Menschen erreicht wird.
Geschäftsführer Helmut Heller bezeichnete die Aussichten für 2006 hinsichtlich der Arbeitsauslastung trotz der nach wie vor etwas schwierigen wirtschaftlichen Lage insgesamt als positiv. So wurden neben der Eigenproduktion für 2006 wiederum Aufträge von der einheimischen Industrie für Produktion und Dienstleistung, darunter auch einige Großaufträge im Bereich der Montage und Verpackung, als Kerngeschäft gesichert.
Allgemein sind auch Werkstätten für behinderte Menschen von der zunehmenden Abwanderung der Einfacharbeiten in Niedrig-Lohn-Länder bedroht. Auch aus diesem Grund werden verstärkt Eigenprodukte entwickelt und am einheimischen und europäischen Markt abgesetzt. Trotz der Erfolge bei Eigenprodukten ist man für Aufträge aus der einheimischen Wirtschaft nach wie vor außerordentlich dankbar. Ohne diese ist das vielfältige Arbeitsangebot nicht aufrecht zu erhalten.
Durch die vielfältigen Aktivitäten der Südpfalzwerkstatt, wird der gesetzlich garantierte Anspruch der Mitarbeiter mit Behinderung auf Teilhabe am Arbeitsleben und ein vielfältiges Arbeitsangebot, das auch zur Weiterentwicklung der persönlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten führt, gewährleistet.
MdB Schmitt zeigte sich erfreut über die Fortschritte der SPW seit seinem letzten Besuch im Jahr 2003. Besonders beeindruckte ihn der Berufsbildungsbereich. Hier werden die Mitarbeiter mit Behinderungen zwei Jahre lang in einer Art „Lehre“ auf ihre späteren Tätigkeiten in der Werkstatt, in Einzelfällen auch auf den 1. Arbeitsmarkt vorbereitet. Schmitt sagte zu, sich in Berlin dafür einzusetzen, dass es hier nicht zu Einschnitten im Leistungsumfang kommt.
Lobenswert sei auch, dass die SPW in den vergangenen beiden Jahren neue Ausbildungsplätze in der Verwaltung und der Betriebswerkstatt geschaffen und besetzt habe.
Zum Abschluss seines Informationsbesuchs lud er die Fußballmannschaft zu einem Freundschaftsspiel gegen die „Südpfalzauslese“ ein. Dieses soll demnächst im Stadion des FSV Offenbach über die Bühne gehen.

(v.l.n.r.)
Geschäftsführer Heller mit 3 Mitarbeitern mit Behinderung und MdB Schmitt
mit
einem von ihm selbst produzierten Scheibenreiniger.
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